An den Ostertagen hat Gebäck aus Germteig Hochsaison:  Germzopf, -striezl, Nester mit bunten Eiern, Brötchen und frisches Brot dürfen am Oster-Frühstückstisch nicht fehlen.  Mir sind Traditionen sehr wichtig und deshalb backe ich gerade auch sehr gerne mit Germ. Habt ihr euch auch schon gefragt warum das eigentlich in der Osterzeit der Brauch ist? Ich wollte es wissen und hab mich darüber erkundigt. Wollt ihr es auch wissen?

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Die Tradition vom Germgebäck zu Ostern reicht weit zurück. Das christliche Osterfest hat seinen Vorläufer im jüdischen Pessach, an dem kein gesäuertes Brot verzehrt werden darf. Statt Sauerteig wird für das Hefegebäck wie der Name schon sagt Hefe verwendet. Sie hatten keine Zeit mehr, den Brotteig zu säuern, denn Aufgehen des Teiges hätte wertvolle Zeit gekostet.

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Erste einzelne Belege für Osterfladen aus Hefeteig stammen aus den katholischen Regionen im 12. Jahrhundert. In dieser Zeit war Weizenmehl noch sehr teuer, deshalb war das Backwerk nur besonderen Anlässen vorbehalten. So, genug Geschichte.

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Ich bin ja ein Fan von einem Standard-Teig und verschiedenen Variationen davon. Die Möglichkeiten sind ja (beinahe) unendlich und so liebe ich es etwas zu experimentieren.

Diese Kirsch-Version hat mich vollends überzeugt. Und das muss ich euch natürlich gleich weitergeben. Wer Kokos mag kann natürlich den Vanillepudding auch gegen Kokospudding austauschen! Hab beides probiert und ich könnte nicht sagen was besser ist.

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Dieser Germzopf funktioniert eigentlich genau gleich wie der Kokos-Topfen Germstriezel.

Als kleiner Tipp: Verdoppelt die Menge beim Germteig und ihr könnt verschiedene Füllungen ausprobieren. Ich teile ihn in 2 oder 3 Teile und versuche immer wieder neue Füllungen. Ich hab diesen Germteig auch schon einfach nur mit (viel) Marmelade befüllt und auch das war sooo  lecker 🙂

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Zutaten

350 g Weizenmehl
4 EL Zucker
eine Prise Salz
2 EL Butter geschmolzen
1 Ei
155 ml lauwarme Milch
1/2 Würfel frischer Germ (Hefe)

 

für die Fülle:

1 Ei
40 g Butter (zerlassen)
80 g Zucker
250 g Topfen
3/4 Pkg Vanille Puddingpulver
2 Pkg. Vanillezucker

1 Glas Kirschen oder Weichseln (Sauerkirschen)

 

für die Zuckerglasur:

Staubzucker und etwas Wasser

 

Zubereitung

  1. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken des Handrührgeräts ca. 5 Minuten durchkneten. Aus der Schüssel nehmen und noch kurz mit der Hand weiter kneten.
  2. Falls der Teig zu klebrig ist noch ein etwas Mehl unterkneten. Den Germteig abgedeckt 1 – 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
  3. In der Zwischenzeit die Fülle vorbereiten. Ei, Vanillezucker und Zucker schaumig rühren, Butter, Topfen und Vanille-Puddingpulver dazugeben und gut verrühren. Die Masse in den Kühlschrank. Sie darf nicht zu flüssig sein, da sie sonst beim späteren Auseinanderschneiden davon läuft
  4. Nach der Ruhezeit den Teig nochmal durchkneten und zu einem Rechteck ausrollen (ca. 1 cm dick). Den Teig mit der Topfen-Fülle bestreichen und mit den abgetropften Kirschen belegen. Von der langen Seite aufrollen. Die Teigrolle der Länge nach mit einem richtig scharfen Messer durchschneiden, sodass zwei Stränge entstehen. Die Topfen-Creme wird trotzdem etwas auslaufen, nicht irritieren lassen. Die Stränge nun auf einem mit Backpapier belegtem Backblech umeinander wickeln. Jene Kirschen die dabei herausgefallen sind wieder in die Topfenmasse drücken.
  5. Den Zopf nochmal ca. 30 Minuten gehen lassen. Ich geb das Blech dabei schon in den Ofen auf 30°C Heißluft und stell ihn dann nach 30 Minuten auf 170°C Heißluft. Nun ca. 30 – 35 Minuten backen.
  6. Etwas auskühlen lassen und die Zuckerglasur (ca. 120 g Staubzucker und ca. 2 EL Wasser – gut verrühren) darauf verteilen.

 

DAS REZEPT PRAKTISCH ZUM DOWNLOAD: Vanille-Kirsch-Germzopf

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Der halbe Würfel Germ kann auch noch einmal geteilt und weniger verwendet werden (10 g). Je mehr Zeit Sie einem Hefeteig lassen, desto weniger Hefe benötigt man.

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Schon einmal schöne Osterfeiertag und fröhliches Backen!

Aber das war’s ostermäßig noch nicht von mir 🙂

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20 comments

  • Steffi 25. März 2016   Reply →

    Hallo Barbara,
    das sieht ja lecker aus! Ich glaube ich muss meine Oster-Backpläne kurzfristig noch umplanen, damit der Hefezopf mit den Kirschen noch rein passt 😀
    Vielen Dank & liebe Grüße,
    Steffi

  • Julia 24. April 2016   Reply →

    Hallo Barbara,
    ich habe gestern das Rezept nachgebacken.Aber mir ist es überhaupt nicht gelungen den Quark einzurollen. Von 250 g sind bestimmt 200 g beim Aufrollen rausgeflossen. Und durch das Aufschneiden war es nur eine glibberige Masse die sich kaum in Form bringen liess.
    Er hat aber trotzdem seine Chance im Ofen bekommen. Frisch gebacken super fluffig und lecker. Und mit dem bisschen Quark sehr lecker. Habe noch Zitronenaroma in den Guss.Perfekt.
    Gibt es einen Aufroll Tip? 🙂
    Danke für das Rezept und liebe Grüße,
    Julia

    • bakingbarbarine 25. April 2016   Reply →

      Hallo Julia,
      das mit dem Quark einrollen ist tatsächlich etwas tricky. Das erste Mal wars bei mir auch die Ober-Sauerei, beim zweiten Mal gings schon besser und irgendwann hat man es etwas heraussen. Aber ein Patzerei bleibt es immer 😉
      Aber wenn man viel Quark in den Strudel will, muss man viel Quark einstreichen.
      Aber wie gesagt, je kälter die Topfencreme ist, desto leichter ist es dann zu flechten. Auch bei mir quillt der Quark nur so raus 😉 Alles was dann rausgeronnen ist, habe ich einfach mit einem Löffel auf den Zopf gestrichen.
      Ich hoffe ich hab dir etwas helfen können, aber ich bin mir sicher: beim zweiten Mal fällts leichter 🙂
      Zitrone ist eine herrliche Kombi zu diesem Zopf! LECKER!
      Liebe Grüße,
      Barbara

  • Ulla Moser 8. Juli 2016   Reply →

    Ich würde mich sehr über Deine Newsletter freuen. Danke im Voraus !

    • bakingbarbarine 10. Juli 2016   Reply →

      Hallo liebe Ulla,
      ich hab mir immer gedacht ich mag keinen Newsletter machen, weil mich persönlich Newsletter immer sehr nerven 😉
      Ich kann dir aber blogtrottr empfehlen. Da trägst du einfach deine Email Adresse und meine URL ein und du bekommst sofort eine Email mit dem neuen Beitrag, wenn einer online gegangen ist. https://blogtrottr.com/
      Wär das was für dich?
      Viele Grüße,
      Barbara

  • Agathe 14. April 2017   Reply →

    Hallo liebe Barbara,
    Also bei mir ist die Füllung leider auch sehr rausgequollen, schon beim ersten Aufrollen. Schneiden und flechten ging gar nicht mehr. Mein Tipp: entweder weniger Quark oderm mehr Teig. Und da meine Rolle komplett auseinanderlief, habe ich sie kurzerhand in eine Kastenform gepackt und sie so gebacken ?
    Schmecken tut er vorzüglich, vielen Dank fürs Rezept und schöne Ostern!
    Liebe Grüsse, Agathe

  • Susanne 3. Mai 2018   Reply →

    Ich habe den Teig einfach geteilt und jeweils die Hälfte der Quarckmasse eingefüllt. Dann vorsichtig gerollt und schön an den Enden verschlossen. Dann beide Teile vorsichtig miteinander verflochten. Ging eigentlich ganz gut und war nicht so schlimm wie gedacht.

    • bakingbarbarine 5. Mai 2018   Reply →

      Hallo Susanne,
      diese Vorgehensweise habe ich auch schon gehört, aber noch nie ausprobiert. Funktioniert also auch ganz toll? Muss ich das nächste Mal auch so machen, danke für den Hinweis 🙂
      Liebe Grüße Barbara

  • Poldi 15. Februar 2020   Reply →

    Ich habe auch zwei kleine Rollen miteinander verflochten. Funktioniert super. Super Hinweis. Tolles Rezept. Masse passt wunderbar in eine 30er Kaiser. Habe gleiche zwei Zöpfe gebacken ( ist ja schon ein Aufwand 😉 ).

  • Sabine amm 2. April 2020   Reply →

    Hallo wie ist der Zopf am nächsten Tag?
    Lg bine

    • bakingbarbarine 2. April 2020   Reply →

      Hallo Bine,
      der Zopf ist am nächsten Tag auch noch immer suuuuper saftig!
      Ich mags nämlich auch überhaupt nicht, wenn ein Germzopf am Folgetag schon trocken ist!
      Aber da kann ich dir sicher sagen: auch am nächsten Tag noch super lecker!
      Liebe Grüße
      Barbara

      • Sarah 9. April 2020   Reply →

        Liebe Barbara,
        das Rezept klingt so toll, dass ich uns den Zopf zum Osterfest auch fest einplane. Wie lässt er sich denn am besten aufbewahren? Kannst du da was empfehlen?
        Viele Grüße Sarah

        • bakingbarbarine 9. April 2020   Reply →

          Hallo Sarah,
          ich hab den Topfen-Zopf letzte Woche auch schon gebacken – er bleibt mehrere Tage saftig, wegen der Kirschen und dem Topfen, obwohl ich ihn einfach nur am Blech gelassen habe. In einer großen Tupperdose aufbewahrt bleibt er aber sicher noch länger saftig 🙂
          Frohes Backen und schöne Ostern,
          Barbara

      • Jana 22. Juli 2020   Reply →

        Nach 22 Minuten war mein Zopf schon etwas mehr als durch und braun. Warum

        • bakingbarbarine 23. Juli 2020   Reply →

          22 Minuten? Das ging ja dann bei dir richtig flott!
          Es kommt immer etwas drauf an, wann man den Ofen vorheizt, wie der Ofen prinzipiell bäckt, wie neu/alt, wie groß/dick der Germzopf dann ist. Da spielen einige Faktoren mit, bei mir braucht er auch nicht immer gleich lang im Ofen 🤷🏻‍♀️
          Ich hoffe er hat geschmeckt 😊

  • Steffi 30. Mai 2020   Reply →

    Hallo, ich musste das heute auch ausprobieren. Kann mich nur anschließen. Der Teig ging wunderbar auf und ich würde vielleicht beim nächsten Mal erst den in einen Zopf machen und dann die Kirschen reinstecken. Bei mir war Wickeln gar nicht möglich. Die ganze Masse lag daneben. Die Arbeitsfläche sah wie ein Vanilleschlachtfeld aus. Beim nächsten Mal weniger Füllung nehmen und dann weniger Kirschen in den Teig drücken.
    Ansonsten eine tolle, frische und leckere Idee. Bitte Rezept anpassen und neu aufgeben.

  • Julia 20. Juli 2020   Reply →

    Hallo liebe Barbara,
    ich habe ihn gestern auch ausprobiert. Danke für das tolle Rezept! 🙂 Endlich mal ein Teig der so schön wattig weich ist, wie man sich ihn wünscht! Allerdings ist er mir ein klein bisschen zu süß, werde das nächste mal einen oder einen halben Esslöffel Zucker weniger rein machen. Aber wir essen generell eher weniger süß, ist wohl Geschmackssache. Habe so auch den Guß weg gelassen. Vielleicht ist es auch mit Sauerkirschen besser, hatte unsere Süßkirschen aus dem Garten genommen.

    Die Fülle war auch bei mir zu flüssig und habe mal in anderen Rezepten gestöbert und werde es mal nur mit Eigelb, statt dem Vollei probieren und noch länger kühlen bzw zeitweise in den Gefrierschrank stellen. Jedenfalls werde ich ihn nochmal backen, auch wenn es ne wahnsinnige Sauerei ist und er kommt in mein Backbuch. Super lecker, danke!

    LG Julia

    • bakingbarbarine 22. Juli 2020   Reply →

      Hallo liebe Julia,
      danke für deine Rückmeldung.
      Ja, das ist leider der Nachteil: er schmeckt großartig, aber es ist ein Gepatze 😉 Mittlerweile habe ich einen Weg gefunden (lange kühlen, auf Backpapier alles zubereiten), um keine zu große Katastrophe in der Küche anzurichten 😉
      Aber die Fülle muss da leider rein, weil zu geil 😉
      1 EL weniger Zucker stört überhaupt nicht mehr, mach es mittlerweile auch schon nach Gefühl. Der Guss ist wohl eher noch für die Schönheit, wird aber vom Geschmack definitiv nicht benötigt!!
      Liebe Grüße und danke für deine Nachricht,
      Barbara

      • Jana 22. Juli 2020   Reply →

        Ich habe einfach Speisestärke in den Quark eingerührt dadurch wurde er fester.

        • bakingbarbarine 23. Juli 2020   Reply →

          Puddingpulver bzw. Speisestärke ist auch eine Idee, wenn man es dann nach dem Backen fester mag 👍🏻👍🏻

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