Mögt ihr Christstollen? Um ehrlich zu sein: ich konnte nie verstehen, dass mein Papa Christstollen ab Ende Oktober zu jedem Nachmittagskaffee verputzt. Ich mag keine Aranzinis und eigentlich auch keine Rosinen. Und für meinen Geschmack ist das Ganze dann auch noch etwas zu trocken. 😉 ABER: ich lass mich immer gerne vom Gegenteil überzeugen und probiere auch liebend gerne Neues aus. UND: Ich kann euch mit bestem Gewissen benachrichtigen: selbstgemachter Christstollen schmeckt soooo guuuut und die Zubereitung ist echt gar nicht schwer! Es duftet und schmeckt mit den herrlichen Gewürzen einfach nur nach Weihnachten.. und auch die kanditierten Orangen- und Zitronenschalen muss ich nicht mehr einzeln aus dem Stollen picken. Und was noch für die homemade Version spricht: der Stollen ist super saftig und keinesfalls trocken! Nicht im Ansatz! Das perfekte Rezept also für die Adventszeit..

Ich habe mich dann etwas schlau gemacht, warum Christstollen und wieso und woher kommt das? Also: Bereits vor mehr als 700 Jahren wurde das beliebte Gebäck das erste Mal aus einem Ofen gezogen und hat auch heute noch Symbolcharakter. Er soll das in weiße Laken gewickelte Christkind darstellen. Er kann also auf eine lange Tradition zurückblicken. Und Traditionen soll man ja auch weiterführen.. 🙂

Die Zutatenmenge ist für 3 normalgroße Stollen. Anfangs dachte ich, dass es eine zu große Menge ist, weil: wer soll das alles essen und überhaupt. ABER: ich hatte gar nicht die Chance einen Stollen in Klarsichtfolie zu verpacken.. 😉 Ich sag nur: 3 Tage – 3 Stollen – 1 Familie.  😉

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Zutaten

1 kg Mehl
1/2 l Milch
450 g Butter
200 g Zucker
100 g frische Germ
10 g Salz
1 TL Zimt
1 TL Kardamom
1 TL Ingwerpulver
1 Prise gemahlene Nelken
1 unbehandelte Zitrone (abgeriebene Schale)
1 EL Mandelaroma oder 30 g bittere Mandeln
1 TL Ingwer, frisch geriebener
500 g Rosinen
150 g Korinthen
150 g gestiftete Mandeln
150 g kandierte Zitronenschale
150 g kandierte Orangenschale
100 g Butter
60 g Hagelzucker
70 g Staubzucker
4 Pck. Vanillezucker

Arbeitszeit: ca. 45 Minuten
Ruhezeit: ca. 3 Stunden

 

Zubereitung

  1. Für das köstliche Weihnachts-Rezept wird zuerst das Mehl in eine große Backschüssel gesiebt und in der Mitte eine kleine Vertiefung gemacht. Dann wird die Germ hineinbröckelt und mit etwasverwärmter Milch und 1 TL Zucker zu einem flüssigen Brei verrührt. Dann diesen Vorteig ca. 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  1. Anschließend werden die Rosinen und Korinthen mit kochendem Wasser überbrüht und 15 Minuten quellen gelassen. Danach das Wasser abgegossen und die Rosinen und Korinthen mit Hilfe eines Küchentuchs sorgfältig abgetrocknet.
  1. Nun werden die kandierten Zitronen- und Orangenschalen gehackt. Dann wird die Butter erhitzt bis sie flüssig ist und die Milch lauwarm erwärmt. Anschließend verrührt man den Vorteig mit der Butter, der Milch, dem Zucker und den Gewürzen. und schlägt den Teig kräftig, bis sich dieser als Ballen vom Schüsselrand löst. Danach den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen.
  1. Nun gibt man die Rosinen, die Mandeln und die kandierten Früchte hinzu. Den Teig gut mit den Händen durchkneten und nochmals 45 Minuten gehen lassen. Nun den Backofen auf 180 °C vorheizen (Ober- und Unterhitze) und das Backblech und die Stollenbackform mit Butter ausfetten. Den Stollen hineingeben und ca. 60 Minuten backen.
  1. Nach dem Backen sofort mit flüssiger Butter bepinseln, mit Hagel- und Vanillezucker und zum Schluss dick mit Staubzucker bestreuen. Den Stollen auskühlen lassen und anschließend nochmals in Staubzucker wälzen.
  1. Zum Schluss wird der Christstollen luftdicht mit Frischhalte- und Alufolie verpackt und bis zum Verzehr kühl gelagert.

Rezept Quelle: GuteKueche.at

 

DAS REZEPT PRAKTISCH ZUM DOWNLOAD: Christstollen

 

Ihr sein kein Fan von Aranzinis bzw. kandidierten Orangen- und Zitronenschalen? Reduziert einfach die Menge, das macht absolut nichts aus!

 

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Tipp: Damit dieser sein ganzes Aroma voll entfalten kann, sollte er mindestens 2 – 3 Wochen vor dem Verzehr gebacken werden.

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Also: ich empfehle euch, auch wenn das Wetter noch zu warm für Weihnachtsgedanken ist: Christstollen kann schon gebacken werden, damit er auch noch richtig gut durchziehen kann!

Gutes Gelingen,

(baking)Barbarine

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6 comments

  • Yvonne 16. November 2015   Reply →

    Hallo,

    Nachdem die Feigen-Mohn-Torte so gute angekommen ist wird heute der Christstollen gebacken. Eigentlich bin ich davon kein Fan, aber dein Rezept will ich unbedingt mal testen! Ich berichte 🙂

    • bakingbarbarine 16. November 2015   Reply →

      Hallo liebe Yvonne,
      das freut mich aber 🙂
      Mein Christstollen-Rezept ist ohne Marzipan, man kann es aber auch noch gerne dazugeben.
      Ich hab ihn gestern auch schon wieder gebacken, die Hälfte ist schon wieder verspeist 😉
      GUTES GELINGEN! Und ich freu mich auf deinen Bericht 🙂

      Viele Grüße, Barbara

      • Yvonne 17. November 2015   Reply →

        Soeben den Christstollen aus dem Ofen geholt. Ich habe die Hälfte mit kandierten Orangen und Zitronen gemacht und die andere Hälfte ohne. Nun muss ich aber gestehen, dass die Hälfte mit Zitrone und Orange deutlich besser ist. Hätte ich nie gedacht, weil ich das ja nicht so gerne mag. Wirklich sehr lecker.. Werde ihn morgen verpacken und schauen was in 1-2 Wochen noch da ist ?!

        • bakingbarbarine 18. November 2015   Reply →

          Hallo Yvonne,
          ich musste so lachen 🙂 Mir ging es genau so! Ich hab mir immer gedacht: WER KAUFT DIESE ARANZINIS ÜBERHAUPT??
          Aber dieser Christstollen braucht sie tatsächlich! Und sie schmecken auch nicht ganz so intensiv.
          Freut mich, dass er dir schmeckt! Also ich musste auch nochmals backen, weil die ersten Stollen schon verputzt wurden 😉
          Liebe Grüße,Barbara

  • Yvonne 19. November 2015   Reply →

    Aranzinis, immer wieder entdecke ich Wörter die ich ergoogeln muss. Noch nie gehört 😉 Bei Germ war’s ähnlich. Wobei ich da durch die Germknödel herleiten konnte;) Hast du jetzt schon Erfahrungsberichte wie lang der Stollen aufgehoben werden kann;)?

    • bakingbarbarine 20. November 2015   Reply →

      Jetzt hab ich selber mal Aranzinis gegooglet. Hab gar nicht gewusst, dass das ein österreichisches Wort ist, das klang so international 😉
      Bei manchen Wörtern vergesse ich echt oft, dass es in Deutschland anders heißt.
      Also ich hab jetzt die gebackenen Stollen nun 1 1/2 Wochen in Frischhaltefolie gewickelt gehabt und gestern aufgeschnitten. Ich muss ehrlich sagen, dass mir die frische Version besser geschmeckt hat, weil sie noch saftiger war. Dafür ist jetzt der Geschmack besser 🙂
      Viele Grüße!

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