Ich war jahrelang ein Biskuit-Rouladen-Verweigerer. Jahrelang. Obwohl, das ist untertrieben: Jahrzentelang! Ich hatte Biskuit immer mit „staubtrocken und geschmackslos“ verbunden. Ich befürchte, dass ein Kindheitstrauma vorliegt, da auch meine Schwester von Biskuitrouladen geheilt ist. Schuld war höchstwahrscheinlich Tante Mitzi und diese Version: Biskuitroulade mit Vollkornmehl – zu lange im Ofen – und von gestern. Was diese Kombi noch unSCHLAGbar macht: wenn die Füllung aus Schlagobers (Sahne) besteht. Und etwas Zucker. Aus. Ich seh euch direkt schon jubeln bei diesem tollen Kuchenangebot. 😉 Aber ihr versteht nun meine Zweifel gegenüber Biskuit.

Doch ich war mutig! Endlich habe ich mich meinem Trauma gestellt! Und ich hab sie gebacken. Diese ominöse Biskuitroulade. Und BÄHM: Meine Gedanken in etwa in dieser Reihenfolge:

  • wtf???? 😉
  • Wieso zum Teufel hab ich sie so verurteilt?
  • Wie fluffig ist das bitte?
  • Morgen back ich diesen geilen Scheiß gleich nochmal – nur mit Bananen..
  • oder nein, mit Mohn! Und dann noch eine mit Zitronenfüllung..
  • das eine Stück war jetzt etwas wenig.. lieber noch ein zweites Stück, um sicherzugehen..
  • bin mir noch immer sicher, dass mir das schmeckt

So, das ist meine Biskuitrouladen-Trauma-Aufarbeitungs-Geschichte!

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Die Kombination von Biskuitteig mit purem Schlagobers (ev. Früchten) ist mir auch heute noch zuwider. Aber es gibt da unzählige Möglichkeiten für eine leckerere und „gesündere“ Variante. Ich kann ja jetzt nicht mehr verheimlichen, dass ich Topfen-Fan bin. Ich mag den Geschmack und die Konsistenz. Er eignet sich besonders gut für Füllungen.

 

Zutaten

4 Eiklar
4 Eidotter
20 g Butter (geschmolzen)
70 g Zucker
40 g Mehl
40 g Stärkemehl
1 Messerspitze Backpulver

Für die Fülle

500 g Topfen
150 g Vanille-Joghurt
150 g Staubzucker
400 g Himbeeren (TK-Himbeeren oder frische, je nach Verfügbarkeit)
Staubzucker (zum Bestreuen)

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Zubereitung

1) Die Eier trennen. In einer kalten Schüssel die Eiklar mit Zucker und Vanillezucker und einer Prise Salz zu nicht allzu festen Eischnee schlagen. Der Schnee sollte eher cremig als steif sein. Die Eidotter sehr gut verquirlen, mit der Butter vermengen und in den Einschnee unterrühren. Das Stärkemehl mit dem Mehl und dem Backpulver versieben und ebenfalls behutsam in die Schneemasse einmengen.

2) Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse ca. einen Finger hoch auftragen. Gleichmäßig verstreichen. Bei vorgeheizten 220°C ca. 10 Minuten backen – dabei immer einen Blick auf den Teig haben, da er nicht zu dunkel werden sollte.

3) In der Zwischenzeit ein sauberes Geschirrtuch mit Zucker bestreuen. Die fertige Biskuitroulade herausnehmen und mit einem Schwung auf das Tuch stürzen. Das Backpapier vorsichtig abziehen.
Die Biskuitroulade nun mit Hilfe des Tuches nicht zu fest einrollen und etwas auskühlen lassen.

4) Während des Auskühlens den Topfen mit dem Vanille-Joghurt und dem Staubzucker verrühren und vorsichtig die Himbeeren unterheben. Sobald die Biskuitroulade ausgekühlt ist, diese wieder aufrollen, mit der Himbeer-Topfen-Creme bestreichen und die Roulade wieder fest einrollen und etwas kühlen (mind. 1-2 Stunden), damit die Creme schön fest wird.

5) Die Himbeerroulade bezuckern und servieren.

 

DAS REZEPT PRAKTISCH ZUM DOWNLOAD: Himbeer-Topfen-Biskuit-Roulade

 

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Habt ihr auch einen Kuchen, den ihr jahrelang verschmäht habt, nur um später draufzukommen, dass das völlig ungerechtgefertigt war?

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Gutes Gelingen,

(baking)Barbarine